Am 28. September1924 war es soweit, 91 Personen trafen sich zur Gründungsversammlung im Lokal der Familie Josef Höfer, dem heutigen Gasthof Schaefer, in Elkhausen und trugen sich in die Mitgliederliste ein. Nachfolgend ist das Gründungsprotokoll abgedruckt, das im Original in Sütterlinschrift abgefasst wurde:
Elkhausen, 28 September 1924
Einem vielseitigen Wünsche entsprechend, hatte eine Kommission
für heute eine allgemeine Versammlung einberufen zwecks Gründung
eines Schützenvereins. Zahlreich war man der Einladung gefolgt und
um 5 Uhr nachmittags wurden die diesbezüglichen Verhandlungen
begonnen im Lokal der Fam. Josef Höfer hier selbst. Die einleitende
Diskussion hatte den Erfolg, dass man zur Aufstellung einer
Mitgliederliste geschritten, wo sich sofort 91 Mann als Mitglieder
anmeldeten. Hierauf wurden die bereits provisorisch ausgearbeiteten
Statuten durchberaten und festgesetzt. Danach wurde die Wahl des
Vorstandes vorgenommen. Zuerst einigt man sich dahin, die Zahl der
Vorstandsmitglieder auf 10 festzulegen. Es wurden durch geheime
Abstimmungen folgende Personen gewählt:
1. Anton Langenbach von Katzwinkel als Vorsitzender,
2. Josef Weber von Elkhausen als stellvertretender Vorsitzender,
3. Wilhelm Dornhoff von Elkhausen als Schriftführer,
4. Alfred Schäfer von Katzwinkel als stellvertretender
Schriftführer,
5. Karl Becher von Katzwinkel als Kassierer,
6. Peter Hof von Katzwinkel als stellvertretender Kassierer,
7. Karl Weber von Katzwinkel,
8. Wilhelm Stahl von Elkhausen,
9. Josef Eisbach von Katzwinkel,
10. Wilhelm Becher von Elkhausen.
Die ausgearbeiteten und von der Versammlung genehmigten Statuten
sollen in doppelter Ausfertigung der Polizeiverwaltung in Wissen
vorgelegt werden. Nachdem man sich noch darüber geeinigt hat, den
Verein mit dem Namen ‘Schuetzenverein der Gemeinde Nochen’ zu
benennen, wurde die Gründungversammlung geschlossen.
Den Ehrenvorsitz übernahm Pfarrer Herpers, der die Pfarrei
Elkhausen-Katzwinkel leitete. Er war ein großer Gönner des
Schützenvereins.
am ersten Königsvogelschießen am 7. Juni 1925 beteiligten sich 113
Mitglieder. Auf dem Schießstand hielt Pfarrer Herpers eine Ansprache
und gab den Ehrenschuss auf den Königsvogel ab.
Den Vogel schoss Alfons Rosenbauer ab und war somit der erste
Schützenkönig des jungen Vereins. Das Schützenfest wurde am 21. und
22. Juni in den Sälen Höfer und Rödder in Elkhausen gefeiert.
Natürlich versuchte nun der Vorstand des Schützenvereins für den
Schießbetrieb ein geeignetes Gelände zu finden. Man dachte an ein
Gelände im Distrikt Dörfern, das zur Fürstlichen Verwaltung in
Schönstein gehörte. Die Verhandlungen mussten jedoch ergebnislos
abgebrochen werden. Hilfe kam von den Haubergsinteressenten aus
Elkhausen, die ein Gelände im ‘Entenschnabel’ zur Errichtung eines
Schießtandes zur Verfügung stellten. Der vorbildliche Schießstand
wurde in kurzer Zeit in Eigenleistung erstellt.
Im Oktober 1925 fand das erste ‘Wurstessen’ des Vereins statt,
nachdem man an vier Sonntagen Preisschießen durchgeführt hatte.
Einige Schweinshälften mussten daran glauben, die zerlegt und auch
zur Wurst verarbeitet, bei der Schlussfeier des ‘Sauschießens’ zur
Verteilung kamen. Die Feier fand im Lokal Höfer unter der Mitwirkung
der Musikkapelle Katzwinkel statt.
Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 1926 blieben
auch nicht ohne Folgen für den Verein. Der größte Teil der Industrie
in unserer Region brach zusammen. Es herrschte bittere
Arbeitslosigkeit. Man verzichtete auf das Schützenfest. Doch das
Königsvogelschießen wurde trotzdem durchgeführt. Es fand am 4. Juli
statt, und der Schützenkönig kam erstmals aus Katzwinkel und hieß
Karl Schmidt. Abgerundet wurde das Schießen mit einem gemütlichen
Beisammensein im Vereinslokal, umrahmt von den musikalischen Klängen
der Musikkapelle Katzwinkel.
1927 schloss sich der Kriegerverein aus der Gemeinde Nochen dem
Schützenverein an. Im größeren Rahmen feierte man das Schützenfest
auf dem Gemeindeplatz auf der Zöllershöhe mit dem Vorsitzenden Anton
Langenbach als König. Ein großes Zelt war aufgestellt und mit
elektrischer Beleuchtung versehen. Viel Vertrauen hatte man aber
nicht zu dieser Beleuchtung, denn man forderte die Mitglieder auf:
‘Wer zu Hause noch Karbidlampen hat, möge solche zum Fest zur
Verfügung stellen, für den Fall dass der Strom ausgeschaltet werden
sollte.’
1928 wurde der Namen des Schützenvereins geändert. Vorgeschlagen
wurden: ‘Schützenverein Elkhausen-Katzwinkel’ und ‘Schützenverein
Katzwinkel-Elkhausen’. Das Los entschied letztlich für den neuen
Namen ‘Schützenverein Elkhausen-Katzwinkel’.
Vereinsmitglieder spendeten 1956 für den Verein eine neue Fahne, die
am 2.Juni geweiht wurde.
Die Fahnenweihe führte der stellvertretende Vorsitzende des
Rheinischen Schützenbundes Peter Sauer aus Koblenz durch.
In der Jahreshauptversammlung am 27. Februar 1960 wurde einstimmig
beschlossen, daß der Schützenverein gerichtlich eingetragen werden
soll. Als idealer Platz für den Bau eines neuen Schießstandes sah
man das Gelände im Bleienkamp an.
Im Spätherbst wurde der Rohbau fertig gestellt.
Der Vereinsvorsitz wechselte am 09.02.1963. In der Gaststätte
Schaefer wurde Helmut Weber zum 1. Vorsitzenden gewählt und übernahm
somit das Amt von Josef Höfer.
Die Gemeinde verkaufte das Gelände auf der Zöllershöhe und somit
hatte die Gemeinde keinen Schützenplatz mehr. Als ein neuer Standort
bot sich 1964 der Platz vor der neuen Schießhalle im Bleienkamp an.
Mit viel Eigenleistung, dieses zeichnete den Schützenverein stets
aus, gingen die Mitglieder, Freunde des Vereins und Gönner an die
große Aufgabe, etwas Besonderes in Sachen Schießsport und
Vereinsleben auf die Beine zu stellen. Im Dezember 1964 konnte das
erste Sauschießen in der Halle ausgetragen werden, und am 20.
Februar 1965 fand hier das erste Wurstessen statt.
1966 wurde unter der Leitung von Lehrer Rudolf Eicher eine
Jungschützengruppe gebildet, aus deren Reihen1967 ein
Jungschützenkönig gestellt wurde. Es Günter Daniel aus Steeg,
Schützenkönig wurde Roland Kötting. In den folgenden Jahren richtete
sich die Arbeit des Schützenvereins schwerpunktmäßig auf den Ausbau
des Schützenhauses und der Schießsportanlagen. Besonderes Augenmerk
wurde auf die Ausbildung der Schützen gelegt, wobei der Grundstock
des Vereins, die Jugendförderung und Einbindung in das Vereinsleben,
eine hohe Priorität erhielt.
Beim Schützenfest vom 6. Bis 8. Juni 1970 übernahm Karl Hermani aus
Hüttenofen die Festwirtschaft. Den Vergnügungsbetrieb übertrug man
Jacob Meyer.
50 Jahre Schützenverein Elkhausen-Katzwinkel
e.V.
![]()
Am 26. Mai 1974 wurde zum ersten Mal ein Kaiserschießen
durchgeführt.
Es nahmen alle bisherigen Schützenkönige am Schießwettbewerb teil.
Für diesen Anlaß wurde eine Kaiserkette beschafft, die sich Stefan
Molzberger nach hartem Kampf umhängen konnte. 1974 war das
Jubiläumsjahr des Vereins. 50 Jahre Schützenverein
Elkhausen-Katzwinkel. Voller Stolz konnte man auf die erbrachten
Leistungen zurückschauen und war gleichzeitig dankbar für die Treue
der Mitglieder zu ihrem Verein und die unzähligen Aufbaustunden, die
in der Festzeit erbracht wurden. Der Schießstand konnte 1975
fertig gestellt werden und im August erhielt die Schießhalle ein
neues Dach. Im Herbst wurde ein neure Raum von 4×3 m seitlich an die
Schießhalle angebaut. Beim Schützenfest Konnten zum ersten Mal
Schützen ab 18 Jahren (vorher 21 Jahre) auf den Königsvogel
schießen. 1979 löst Helmut Müller aus Borod Karl Hermani als Fest
ab, der die Festwirtschaft seit 1963 erfolgreich geführt hatte. Der
Festabend wurde zu einem besonderen Ereignis, denn es wurde der
große Zapfenstreich von der Bergkapelle Katzwinkel und Spielmannszug
„Alte Kammeraden“ aus Niederhövels vorgetragen. Alle Festbesucher
waren begeistert, und dieser Zapfenstreich sollte zur Institution am
Schützenfest bis zum heutigen Tag bleiben.
1979 wurde das Schützenfest auf Pfingsten und das
Königsvogelschießen auf Christi Himmelfahrt verlegt. Der
Schützenverein übernahm die Festwirtschaft. Der große Zapfenstreich
erhielt am Festabend durch den Fackelzug der Freiwilligen Feuerwehr
Katzwinkel eine neue Dimension. Es war ein feierlicher und würdiger
Rahmen für das Schützenfest. Am 2. September wurde der Schießstand
nach weiteren Ausbaumaßnahmen eröffnet. Ausdiesem Anlass wurde eine
Erinnerungsmedaille mit der Aufschrift „Schützenverein
Elkhausen-Katzwinkel 1979“ geprägt. Der Schützenverein trat im Jahre
1981 dem Deutschen Schützenbund bei und 1982 hatte der Verein zum
ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte eine Jungschützenkönigin mit
Heike Höfer aus Elkhausen.
Im Jubiläumsjahr 1984, der Verein feierte sein 60 jähriges Bestehen,
wurde wieder ein Kaiserschießen durchgeführt, das Paul Willner für
sich entschied.. Er setzte sich gegen die starke Konkurrenz von 18
Schützenkönigen des Vereins durch und blieb für die nächsten 5 Jahre
Schützenkaiser. Schützenkönig im Jubiläumsjahr wurde Reinhold Buchen
aus Dietenberg.
Die Bautätigkeit im Verein stand nicht still. Ein neues Ziel wurde
gesteckt. Mit dem Bau eines neuen Schießstandes wurde im Oktober
begonnen. Nach Abschluss der Maßnahme standen den
Schießsportbegeisterten 8 Luftgewehrstände (10m) und 5
Kleinkaliber-Stände (50m) zur Verfügung.
Aus Anlass der Einweihung der neuen Schießsportanlage am 13. Oktober
1985 wurde ein Medaillen- und Pokalschießen durchgeführt. Als Motiv
für die Prägung der Medaillen dient das Maschinenhaus der Förderturm
der ehemaligen Grube „Vereinigung“.
Die Jugendarbeit des Vereins trug Früchte. Viele Jugendliche
schlossen sich dem Verein an, sie fühlten sich in der Gemeinschaft
der Sportschützinnen und Sportschützen wohl. Die sportlichen
Leistungen wurden durch die Teilnahme der Mitglieder an den
Wettkämpfen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene dokumentiert. Sogar
für die Deutsche Meisterschaft in München konnte man sich
qualifizieren.
1986 schoss Hanni (Hannelore) Weber den Vogel ab und war damit die
erste Schützenkönigin in der langen Vereiensgeschichte. Erstmalig
war auch eine Super-Light-Disco-Schow am Schützenfest vertreten.
Diese Einrichtung sollte für alle jungen und jung gebliebenen
Schützenfestbesucher sein. Es war ein Riesenerfolg und wurde für
alle folgenden Schützenfeste ein echter Magnet.
1987 wurde das Schützenfest erneut bereichert. Erstmals wurde am
Pfingstmontag eine Zeltmesse mit Pfarrer Christian Feldgen gefeiert.
Das Festzelt war bis auf den letzen Platz besetzt. Die Zeltmesse
gehörte von nun an zu den Feierlichkeiten.
Im selben Jahr wurde ein weiterer Anbau von 3×9 m für Theke, Küche
und Abstellraum seitlich an die Schützenhalle erstellt. Die gesamte
Halle wurde renoviert und mit Bodenfliesen ausgelegt. Weiter wurde
eine Gasheizung installiert. Das Schützenhaus wurde mehr und mehr
ein Schmuckstück.
Am 9.Februar 1988 feierte Helmut Weber sein 25 jähriges
Dienstjubiläum als 1.Vorsitzender des Vereins.
1989 wurde Norbert Rosenbauer für seine 25 jährige
Vorstandstädigkeit geehrt.
Im Kaiserschießen machte Franz Meranke aus Elkhausen den Volltreffer
und wurde somit Schützenkaiser für die nächsten 5 Jahre.
Ein neuer Grillplatz mit Überdachung in Form eines Pilzes wurde
seitlich an der Schützenhalle gebaut.
1990 war für die aktiven Schützen sportlicher Hinsicht, besonders
für die Jugend, ein erfolgreiches Jahr. Vier Schützen des Vereins
nahmen an der Deutschen Meisterschaft in München mit Erfolg teil.
Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft in München waren Eva
Wisiorek, Claudia Kunert, Susanne Becher, Tanja Höhn und Thomas
Brucherseifer. In Anerkennung ihrer Leistungen wurde ihnen vom
Verein Pokale überreicht.
Die Vereinsarbeit des Schützenvereins ist für das dörfliche Leben
unabdingbar, so Ortsbürgermeister Horst Höhn bei einer Festsprache.
1991 fand zum ersten Mal ein Ostereier-Schießen unter reger
Beteiligung der Bevölkerung statt. Beim traditionellen Wurstessen
gab es Wurst- und Fleischpreise, 13 Zentner Schweinefleisch wurden
verarbeitet, für die Sieger beim Sauschießen.
Der Schützenverein errichtet 1993 auf seinem Gelände einen neuen
Kinderspielplatz. Die neue 100 m Kleinkaliber-Schießanlage wurde am
1. Juni 1994 fertig gestellt und offiziell am 10. Juli seiner
Bestimmung übergeben. Zur Einweihung fand ein Pokalschießen statt.
Die Schießanlage wurde um 5 Bahnen mit 100m und 5 Bahnen mit 50m für
Kleinkaliber (KK) erweitert. Diese phantastische Leistung konnte nur
durch 3500 Arbeitsstunden der Mitglieder erbracht werden. Auch
Freunde und Gönner des Vereins steuerten einen wesentlichen Beitrag
bei. Der Verein stellte fortan seine Anlage für Veranstaltungen auf
Kreis- und Bezirksebene zur Verfügung.
Die Kaiserwürde errang Hanni Weber.
1995 wurde an der Anlage weitergebaut. Die Küche wurde erweitert,
ein Kühlraum errichtet und für gemütliche Stunden im Vereinsheim ein
Clubraum gebaut.
Der Zuspruch in der Bevölkerung für die Aktivitäten der
Schützenvereins wurde im Jahre 1996 deutlich. 19 Mannschaften nahmen
am Wettbewerb der Hobbyclubs und Ortsvereine teil. Mit fast 120
Schützinnen und Schützen war das Teilnehmerfeld beim Sauschießen das
größte in der Vereinsgeschichte. Mitte 1996 wurde die Überdachung
des Luftgewehrstandes fertig gestellt.
Die besonderen Leistungen des Schützenvereins im Umweltbereich und
in der Gestaltung der gesamten Platzanlage wurden im Dezember 1997
mit dem Umweltpreis des Kreises Altenkirchen belohnt. Besondere
Erwähnung bei der Preisverleihung erfuhr die Einrichtung von zwei
Feuchtbiotopen und die Anschaffung von zwei Schafen als natürliche
und fast abgasfreie Rasenmäher.
Viele Veranstaltungen neben der Schießausbildung und den Wettkämpfen
begleiteten die Mitglieder durch das ganze Vereinsjahr. Wert wurde
immer auf gutes „Betriebsklima“ und auf die Förderung der Jugend
gelegt. Der Erfolg zeigte, dass der Verein rückblickend immer auf
dem richtigen Wege war.